Mittelklasse-Komfort bei einem Spritverbrauch auf Kleinwagen-Niveau: Diese attraktive Kombination versprechen sowohl der Volkswagen Passat 2.0 Blue TDI Trendline als auch der Opel Insignia 2.0 CDTI EcoFlex. Die Zeitschrift „Auto Motor und Sport“ ist diesem Versprechen der Hersteller nachgegangen und hat die beiden Mittelklässler einem Test unterzogen, den der Passat als Testsieger beendete.
Mit 3,9 Liter 100 Kilometer weit in einem Mittelklasse-Wagen unterwegs sein? Der Passat Blue TDI schaffte tatsächlich dieses Kunststück auf der Normstrecke von „Auto Motor und Sport“. Und der Insignia EcoFlex, der immerhin 160 PS an Leistung an Bord hat, begnügte sich mit ebenfalls imponierenden 4,5 Litern – kurzum: Angesichts des gegenwärtigen „Hybrid- und Elektro-Hypes“ sollten man den klassischen Verbrennungsmotor laut Testbericht noch lange nicht abschreiben. Die beiden Mittelklassewagen haben durchaus das zeig dazu, einen Kleinwagen à la Polo TDI neidisch zu machen. Selbst auf der Autobahn oder im Stadtverkehr zeigten sich der Passat und der Insignia genügsam. Zahlen gefällig? Auf der Autobahn bis 130 maßen die Tester 4,8 / 4,9, bis 180 6,3 / 7,2 Liter (jeweils Passat/Insignia), und im Stadverkehr erreichten beide 4,9 Liter.
Kommentieren muss man diese Zahlen nicht weiter – doch der Hinweis ist noch angebracht, dass die Werte ohne Start-Stopp-Automatik oder Bremsenergie-Rückgewinnung erreicht wurden. Stattdessen gehen sie auf das Konto längerer Getriebeübersetzungen, rollwiderstandsoptimierter Reifen und einer verbesserten Aerodynamik, ergänzt durch eine Schaltanzeige. Im Passat schließlich entfaltet noch der in das Abgasrohr gesprühte Harnstoff seine wirksamen Reinigungskräfte auf das Abgas, so dass der Passat bereits jetzt Euro 6 schafft.
Und die Diät schlägt sich nicht einmal negativ auf den Fahrspaß nieder, wie „Auto Motor und Sport“ feststellen durfte. Der Testbericht lobt den „Turbo-Elan“ schon ab 1.500 Umdrehungen und die mühelose Beschleunigung bis 200. Der Passat schlug sich dabei eine Spur besser – dank 138 Kilogramm weniger Blechspeck und besseren Elastizitätswerten, da den Insignia seine langen Übersetzung in den oberen Gängen einbremst und häufiger zum Zurückschalten zwingt.
Dazu kommen ein großzügiges Platz- und Raumangebot – bei der Zuladung und der Kopffreiheit im Fond ist der Passat einen Tick großzügiger –, und die besten Sitze der Mittelklasse im Insignia, die allerdings auch notwendig sind, denn die Federung sei nicht optimal. Die Federung des Passat dagegen beschreibt der Testbericht als „geschmeidig“.
In der Summe seiner Eigenschaften setzte sich der Passat 2.0 Blue TDI Trendline daher in den Kapiteln Karosserie, Fahrkomfort, Antrieb und Fahreigenschaften jeweils um ein paar Punkte vom Opel Insignia 2.0 CDTI EcoFlex ab. Dies brachte ihm den Testsieg ein – wie in den Testfazits nachzulesen ist. Dass sie aber ausgesprochene Geizhälse beim Umgang mit dem kostbaren und teuren Sprit sind, haben sie beide unter Beweis stellen können.