Kleinwagen: Hauchzarter Vorsprung - Renault Clio bezwingt Ford Fiesta

kleinwagenMit einem hauchdünnen Vorsprung von nur einem einzigen Pünktchen bezwingt der Renault Clio GT 1.6 16V den Ford Fiesta 1.6 TI-VCT Sport in einem Vergleichstest – und zwar sowohl in der Addition der Teilergebnisse der technischen Wertungsdisziplinen als auch im Kostenkapitel. Ausschlaggebend dafür waren die insgesamt gesehen besseren Allrounder-Qualitäten des Franzosen. Etwas deutlicher abgeschlagen hingegen landete der Suzuki Swift 1600 Sport auf Platz drei des von der Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ durchgeführten Tests, obwohl der Kleinwagen den Testredakteuren viel Spaß bereite.

Angesichts von so viel Selbstbewusstsein, das die drei „kleinen Sportler“ mit Spoiler & Co optisch demonstrieren, gibt sich auch der Testbericht von „Auto Straßenverkehr“ ziemlich begeistert. Die drei Kleinwagen seien durch die Bank „Gute-Laune-“Verstärker“ für all diejenigen, die gerne Auto fahren, ohne deswegen das Konto bis ans Lebensende mit Kreditzinsen zu belasten.

Los ging es mit dem „wilden Japaner“ Swift, der zwar Fahrspaß pur biete („der Ur-GTI lässt grüßen“), aber auf dem Handlingsparcour den Fahrer dank schlecht abgestimmter Servolenkung auch ins Schwitzen bringe. Das Manko machte er dafür bei den Spurts wieder wett, bei denen er die Konkurrenten stehen ließ, und auch in Sachen Ansprechverhalten und Drehfreude überzeugte der Suzuki – allerdings weniger bei der Lautstärke des Motors und beim Verbrauch, der mit 8,7 Litern um rund einen Liter höher war als bei den Gegnern. Schnörkellos und klar aufgeräumt, mit gut ablesbaren Instrumenten punktete er hingegen wieder im Innenraum, dem es jedoch an Materialqualität und Detailliebe fehle. Unterm Strich wurde es dann Platz drei – etwas abgeschlagen, aber kein Verlierer, sondern nur an der ein oder anderen Stelle etwas schwächer als die Konkurrenten

Diese wiederum lieferten sich einen Schlagabtausch, der zumindest punktemäßig auf Augenhöhe war – so zum Beispiel im Karosseriekapitel. Die Eleganz und Finesse des Clio sei im Kleinwagensegment Spitzenklasse, und auch das Platzangebot, insbesondere im Fond, ist sehr gut, wobei sogar ein etwas umfangreicheres Urlaubsgepäck Platz finde. Der Fiesta konterte mit dem üppigeren Platz vorne und etwas mehr Kofferraum. In Sachen Bedienung wiederum haben beide so ihre Schwachstellen. In der Folge gingen dann das Komfort-, Sicherheits- und Verarbeitungskapitel sowie die Kostenwertung an den Clio, während der Fiesta bei der Handhabung, beim Fahrspaß und bei der Umwelt die Nase vorne hatte. Zu den markanteren Unterschiede – um nur einen zu nennen - gehören etwa die Elastizitätswerte. Während der Clio ein beruhigendes Potential für Überholmanöver auf der Landstraße biete, gehört das Wort „Durchzugsvermögen“ weniger zum aktiven Wortschatz des Kölners, dessen lang übersetzter fünfter Gang dafür einen „gewaltigen Vorteil“ beim Verbrauch und CO2-Ausstoß biete.

Insgesamt sei der Clio, so „Auto Straßenverkehr“, der bessere Allrounder und habe deswegen den Testsieg verdient. Mehr Fahrspaß dagegen verspreche der Fiesta, der außerdem den günstigsten Anschaffungspreis und niedrigere Fixkosten biete – doch die Qual der Wahl dürfte relativ groß sein, zumal auch der Swift mit seiner Agilität ein Wörtchen mitzureden haben dürfte. Die Testfazits fassen den Eindruck von „Auto Straßenverkehr“ noch einmal kompakt zusammen. Der komplette Testbericht wiederum sei allen, die sich die Anschaffung einer der drei Kleinwagen überlegen, zur Lektüre empfohlen.