Geländewagen: Mercedes Benz G Pur oder Toyota Land Cruiser für die Fernreise?

g280pur-lc-hzj76Nachdem Mercedes die G-Serie für den zivilen Einsatz wieder freigegeben hatte, stieg die Nachfrage so enorm, dass die Bauzeit bis Ende 2009 verlängert wurde. Ein Testteam des Magazins „Off Road“ nahm sich deshalb den Mercedes Benz G 280 CDI Pur im direkten Vergleich zum ebenfalls bewährten Toyota LC HZJ 76 vor. Wer Fernreisen mit dem Fahrzeug plant, sollte sich für den guten alten Saugmotor des Toyotas entscheiden, da ein moderner Common-Rail-Diesel schlechte Spritqualität sehr übel nehmen kann.

Es war schon immer etwas teurer einen Benz zu fahren, aber so nackig wie das Basismodell des G 280 CDI Pur ist, traut sich selbst ein Lada Niva nicht aus der Fertigungshalle auf die Straße – hier wurde die Typenbezeichnung „Pur-Edition“ zu wörtlich genommen. Geboten wird dafür ein leistungsstarker permanenter Allradantrieb mit ABS, welches sich automatisch abschaltet, sobald eine Differenzialsperre eingelegt wird und davon gibt es gleich drei. Als Sahnehäubchen gibt es noch einen Zyklon-Vorfilter – Ende der Liste! Bei einem Basispreis von knapp 60.000 Euro bleibt einem nichts anderes als das Offroad-Paket-1 für 8.330 Euro bzw. gleich das Offroad-Paket-2 für 14.280 Euro draufzupacken. Ein G 300D kostete 1985 in Vollausstattung nur 60.000 D-Mark und mehr war er auch nicht wert. Da ist die Preispolitik bei Toyota schon angenehmer: das Basismodell für 43.000 Euro und die Top-Ausstattung für 54.500 Euro. Der Land Cruiser HZJ 76 bietet dafür wesentlich mehr Fahrkomfort, eine bessere Verschränkung im Gelände und ist dabei deutlich leiser - alles Vorzüge, die bei militärischer Nutzung nebensächlich sind. Von unten betrachtet präsentiert sich dann der zivile Militär-G als perfekt: kein Bauteil unterragt den Rahmen und der Unterfahrschutz des Motors macht einen sehr soliden Eindruck, lediglich der Tank könnte besser geschützt sein. Beim Toyota stimmt der Tankschutz, aber ein Stabilisator unterhalb des Differenzials kostet Bodenfreiheit und der Kühlerschutz aus Plastik ist nur Optik.

Wer einmal in Afrika unterwegs war, kann nur auf den Toyota LC HZJ 76 zurückgreifen, denn Diesel in der 96er-Qualität ist so gut wie gar nicht anzutreffen oder man hat das Glück, einen gut erhaltenen G300D Försterwagen erwerben zu können, der generalüberholt auch militärische Züge bekommt.

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