Sekt: TÜV-Prüfer - Zahlreiche Sekt-Sorten sind gar kein Sekt

Quelle: flickr.com / gernhaex

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Wer im Supermarkt zu Sekt greift, hat am Ende eventuell gar keinen echten Sekt im Warenkorb. Dies zumindest behauptet ein Beitrag des Magazins Frontal21. Demnach verstießen zahlreiche Hersteller gegen eine EU-Verordnung, indem sie dem Sekt industriell hergestellte Kohlensäure zusetzten. Dies hätten TÜV-Prüfer bei Stichproben herausgefunden. Sie bemängeln: Wenn künstliche Kohlensäure in der Flasche enthalten sei, dürfe das Produkt eigentlich nicht mehr als Sekt verkauft werden.

Bei der Stichprobe sei das Produkt der Marke „Schwarze Mädchentraube“ mit 80 Prozent künstlichem Kohlensäure-Anteils am stärksten aufgefallen, gefolgt von „Schloss Munzingen trocken“ mit 59 Prozent und „Mumm & Co dry“ mit 37 Prozent. Selbst im sehr beliebten „Rotkäppchen trocken“ seien noch 32 Prozent externe Kohlensäure enthalten. Die EU-Richtlinie 606/2009 lässt aber nur Kohlensäure zu, welche sich auf natürliche Weise beim Herstellungsvorgang bildet. Produkte anderer Art müssen dagegen als „Schaumwein mit zugesetzter Kohlensäure“ deklariert werden.

Von Täuschungsvorwürfen möchten die Hersteller jedoch nichts wissen. Beim Abfüllen von Sekt aus den Gärtanks komme es zwangsweise zur Vermischung eigener Kohlensäure mit künstlicher Lebensmittelkohlensäure, da diese bei dem Prozess benötigt werde. Laut Frontal21 sei dies zwar richtig, die Kohlensäure dürfe dabei aber nicht in die Flasche gelangen. Neu ist das Problem indes nicht: Schon Anfang 2009 kritisierte die Stiftung Warentest das gleiche Problem...